Gnafnauen

Mein Herz… es redet und redet. Jeden Tag, zu jeder Stunde. Ich soll auf mein Herz hören. Doch es sagt so viel, dass ich nicht mehr unterscheiden kann, was richtig und was falsch ist. Redet es oder schweigt es einfach unglaublich laut?

Ich weiß nicht mehr, ob ich ihm Glauben schenken kann, ob es vor lauter Verwirrung, Verzweiflung und Gefühlen überhaupt zurechnungsfähig ist, mir zu helfen, mir zu sagen, was der richtige Weg ist und wo welcher Weg hinführt. Es redet unaufhörlich auf mich ein – und doch habe ich das Gefühl, dass es gar nichts mehr sagt, die ganze Zeit schweigt und mich verhöhnt, da steht und mit dem Finger auf mich zeigt. Nun sieh mal zu, wie du eine Entscheidung triffst, die deinen ganzen Lebensabschnitt verändern kann und wird.

Gibt es überhaupt ein Richtig und ein Falsch? Kann ich überhaupt richtig entscheiden, wenn ich sage, ich will ihn? Es gibt einfach kein Richtig und auch kein Falsch. Es gibt nur ein situationsbedingtes Okay. Ich muss den Richtigen für die Situation wählen, nur sehe ich vor lauter Gedanken, Gefühlen, Gut und Böse selbst die Situation nicht mehr. Ich fühle mich hin- und hergerissen. Als würde man an meinen Armen ziehen und nicht darauf achten, dass ich zerreißen könnte. Sofern ich ansatzweise eine Richtung eingeschlagen habe und meine zu wissen, was situationsbedingt okay wäre, lässt man an beiden Seiten los und ich sacke in mir zusammen – und dann bin ich es, die selbst wieder aufstehen muss, ohne Hilfe.

Ich weiß genau, was ich will. Ich weiß nur nicht, von wem ich es bekomme. Ich will Halt, Geborgenheit, bedingungslose Liebe, ich will lachen und mich anlehnen können, ich will wissen, einfach genau und ohne Zweifel, dass ich akzeptiert werde, so wie ich bin, dass ich nicht verglichen werde und mich nicht entschuldigen muss für meine Person, ich will ein Neuanfang sein. Ich will Aufmerksamkeit und letztendlich will ich Nähe, Blicke, Berührungen, Worte und Taten und dieses eine bestimmte Gefühl.

Ich weiß auch, was ich nicht will. Ich will mich nicht als Ersatz fühlen, als Befreiungsschlag herhalten, ich will nicht hören, dass ich ein Schlussstrich sein soll für Never-ending-Storys, die man nicht vergessen kann, dass man aber durch mich vergessen kann. Ich will nicht hören, dass man verwirrt sei und dass man nicht wüsste, ob und warum man mich will.

Ich will nicht mal diese wundervollen Momente haben, mich an sie gewöhnen, um im nächsten Moment doch wieder allein zu sein und mich umzugucken, wo denn auf einmal alles hin sei an Glück um mich herum. Ich will mir nicht einreden lassen, Entfernungen, Katzen, Kinder, oder Job würden eine Rolle spielen, wenn sie nur als Ausrede und Flucht vor sich selbst dienen. Ich will nicht um meine Position kämpfen und schon lange kämpfe ich nicht mehr um Aufmerksamkeit.

Ich will ich sein und ich will ein Wir sein.

Viele Achterbahnfahrten hat mein Herz hinter sich wegen ihm und ihm und ihm und vor allem mein Verstand, der so oft sagte, lass jetzt los – let it goooooo!!

Ich kämpfe mit mir und meinem Herzen, jeden Tag…Ich kämpfe seit Tagen und Wochen und Monaten, vielleicht sogar Jahren.

Liebe ist nicht berechenbar und schon gar nicht fair. Aber so endet dieser Kampf irgendwann, vielleicht schmerzhaft, vielleicht glücklich und mit Sicherheit anders, als momentan erwartet.

Mein Herz schweigt und es gibt ganz bestimmt den Einen, der es öffnen kann. Ich würde viel geben, dass es endlich, endlich wieder zu mir spricht und nach Liebe schreit und aufhört so laut zu schweigen.

 

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