Rainwoman

Ich habe mich heute tatsächlich zum ersten Mal seit Wochen lebendig gefühlt. Und das auf Grund einer banalen Sache: Regen!

Amélie und ich hatten einen sehr lustigen Tag im Zoo (jahaaa, Zoos sind generell ja so eine Sache) mit Lamas (Amélie war hin und weg), all den anderen Tieren und viel zu viel ungesundem Essen. Danke an die Flensburger Perle für dieses spontane Verwöhnprogramm. Ich war nicht so gesprächig wie sonst, meine Gedanken waren oft auf ihren ganz eigenen Wegen unterwegs und ich hab mich auf Grund der Menschenmassen unwohl gefühlt, doch jedes Mal, wenn Amélie sich vor Faszination, Freude oder Begeisterung kaum halten konnte, sie ihre lustigen Spielchen getrieben hat oder einen herzzerreissenden „Meine Mama!“ Wutanfall bekommen hat (ein anderer Junge wollte unbedingt auf meinen Arm – Ende vom Lied: ich hatte zwei Kinder in meinen Armen), wurde meine zur Zeit trübe Welt erhellt und ich war ZACK abgelenkt. Das war vermutlich tatsächlich genau das Richtige.

Und dann kam aus dem Nichts der Regen. Ein Gewitter mit ordentlichem Platzregen. Erst hatte ich den Plan, abzuwarten und versuchen im Trockenen nach Hause zu kommen. Habe mich glücklicherweise dagegen entschieden. Amélie war schließlich gut geschützt, ich null. So nass vom Regen war ich Jahre (Jahrzehnte?!) nicht mehr. Aber es tat merkwürdigerweise gut.
Nachdem ich realisiert hatte, dass es zu spät war (Frisur ruiniert & Klamotten schon gut nass), habe ich es aufgegeben, nicht noch nasser zu werden und bin einfach im normalen Tempo weitergegangen – ganz ohne die übliche „oh, es schüttet wie aus Eimern“ Hektik.
In so viele strahlende, belustigte und fröhliche Gesichter habe ich lange nicht gesehen. Mit so vielen fremden Menschen bin ich (ohne dass es um das hübscheste Kind der Welt ging) auch schon lange nicht mehr ins Gespräch gekommen. Und als jemand zu mir sagte: „irgendwann ist es egal, oder?!“, musste ich wirklich lachen.
Ich kann gar nicht genau sagen, warum dieses „durch den Regen“ laufen so toll war. Meine Gedanken sind gerast. Von ihm zu mir zu uns zu nichts. Und dennoch war ich danach zufrieden. Ich habe mich so dumm es klingt gut gefühlt – auch wenn meine Haare nass waren und ich so öffentlich unterwegs war.
Und es war schön zu sehen, dass sich Leute ein Beispiel genommen haben. Ein Mann hat sogar seinen Regenschirm geschlossen, mich angegrinst und ist im normalen Tempo weitergegangen. Ein kleiner Flashmob sozusagen. Zurück zu Kindertagen. Gesicht zum Himmel und vollregnen lassen. Nicht an Äußerlichkeiten denken, einfach nur im Regen stehen. Und das wider Erwarten doch nicht alleine.

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